Auf dem Dalton Highway

Alaska, Dalton Highway, Meilenstand: 228 200

Mit einem körnigen Geräusch spritzt der Schlamm der Schotterpiste gegen unsere Bustüre, Fontänen klatschen bei jeder Pfütze gegen unsere Scheiben und  bald sind auch die letzten Fenster so verschmiert, dass es uns fast unmöglich wird noch irgendetwas außerhalb des Busses zu erkennen. Nur vor der Frontscheibe windet sich die verschmierte Piste in endlosen Schleifen durch den verregneten Wald, tiefe Spuren in knöcheltiefen Schlamm, der „Fahrbahnrand“ ist schon kaum mehr zu erkennen und der Scheibenwischer scheint mittlerweile auch am Ende seiner Kräfte zu sein.

Ununterbrochen trommelt der Regen gegen unsere Scheiben, die dicken Tropfen ziehen helle Bahnen durch den bräunlichen Schlamm, lassen zumindest im Moment die Sicht etwas besser werden und nur so können wir die tiefen Reifenabdrücke vor uns erkennen, die sich in Schlangenlinien bis über die Böschung in den Abgrund ziehen. Ca. drei Meter unterhalb der Straße liegt  zwischen den hohen Gräsern des Waldrandes ein zerknautschtes Auto, die Fenster zersprungen und das Dach eingedrückt, doch zumindest ist kein Mensch mehr in der Nähe, der unsere Hilfe brauchen würde. Das Frack liegt einsam und verlassen und unsere anfänglichen Späße über den „fairen“ Zustand der Piste werden allmählich immer leiser.

Nach den ersten Kilometern wird aus zwei Fahrspuren plötzlich eine und jeder vorbei rauschende LKW drängt uns immer weiter in Richtung schmierigen Rand, das schmatzende Geräusch des dicken Schlammes schickt mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken.

„Das ist es nicht wert!“ Tom schüttelt den Kopf und krallt sich ins Lenkrad, als der nächste Lkw eine Fontaine Dreck gegen unsere Scheiben schleudert.

„Ich kann hier kaum ausweichen!“

Während ich noch nach den richtigen Worten suche, furcht sich seine Stirn und er zeigt auf die erste kleine Ausweichbucht am Straßenrand. Ein Wagen, der wirkt, als wäre er gegen einen Rammbock geschmettert, taucht in unserem Sichtfeld auf, ein Haufen Kleinteile daneben auf einen erschreckend hohen Haufen getürmt.

„Der konnte wohl auch nicht mehr ausweichen“ stellt er trocken fest und fast gleichzeitig fassen wir denselben Gedanken:

„Lass uns umkehren!“ nervös putze ich meine Brille, als uns ein röhrender Pickup überholt und dabei ein wenig ins Schlingern kommt,

„Du hast Recht, das ist es nicht wert!“

Selbst wenn wir bis nach Dead Horse kommen, der letzten Station vor Prudhoe Bay, müssen wir danach dieselben etwa 400 Meilen auch wieder zurück. Und es soll weiter regnen, zumindest noch einige Tage!

Nach guten dreißig Meilen rollen wir in eine kleine Seitenbucht und Tom kurbelt entschlossen am Lenkrad.

„Bis hierher und keinen Meter weiter!“ und nur gute zehn Minuten später machen wir uns wieder auf den Weg zurück, zurück über die schlammige Piste, zurück in die Zivilisation.

„Wir können ja auch noch woanders hinfahren“ meint Emma, als sie trotz aller Entschlossenheit unsere enttäuschten Gesichter sieht.

„Ich wollte schon immer mal nach Brasilien!“

Und mit einem Mal müssen wir trotz der angespann