Frankie goes north

Juni 2016, Chewelah, Kilometerstand: 225508 Miles

Verschlafen taste ich nach dem Aufwachen nach der kleinen Armbanduhr, 6.00 Uhr leuchtet auf der Digitalanzeige, sechs Uhr am letzten Morgen in Chewelah.
Die Mädchen schlafen noch, doch Tom kriecht schon aus den Federn und sucht verschlafen nach der Hundeleine, Laika steht vor der Bustür und wedelt.
Leise köchelt der Teekessel auf dem Gasofen, vier Tassen und vier Teller stehen schon auf dem Tisch, dazwischen Toastbrot, Marmelade und Nutella, als es leise klopft. Kristin, Emma und Paulas Freundin von nebenan, steht vor der Türe und will sich verabschieden, doch die Mädels sind kaum wach zu kriegen. Während ich an meinem Grüntee nippe, kuscheln sie noch in den Decken und wollen nicht aufstehen.
Die letzten Tage waren anstrengend gewesen, soviel musste noch erledigt werden, so viel vorbereitet und verstaut, doch jetzt ist der Bus voll bepackt und zur Abfahrt bereit.
Langsam klettern beide aus dem Bett, machen sich noch einmal auf den Weg zum Nachbarshaus, noch fünf Minuten zu Kristin, während wir uns von Chris und Margo verabschieden. Die Hintertüre quietscht, als wir in die Küche gehen, Margo hat uns bereits erwartet und drückt uns an sich.
„Have a nice trip“ Sie lächelt zum Abschied und auch Chris gibt uns die Hand.
So lange hatten wir jetzt Tür an Tür gewohnt, soviel erlebt, miteinander gearbeitet, gelacht und geweint.
Gemeinsam verlassen wir das Haus, ein letzter Blick in den hohlen Baum, in dem ein Specht sein Nest gebaut hat, ein letztes Winken von Kristin und schon rollen wir aus der Einfahrt. Der Motor läuft und die Teller in den Schränken klappern, ein kleiner Ast des Kirschbaumes bricht krachend und fällt zu Boden.
Dann verschwindet die rote Backsteinmauer von Margos kleinem Häuschen hinter der nächsten Kurve und wir sind endlich „on the road“.
Häuser rauschen an uns vorbei, Häuser die uns in den letzten Wochen ans Herz gewachsen waren, der kleine Bach in dem wir gebadet haben schlängelt sich neben der Straße, dann kommt Zips, mit dem wunderbaren Softeis, die Second Hand Läden, der Stadtpark mit dem Spielplatz, die Schule, der Parkplatz mit all den schönen Schulbussen. Eine letzte Kurve und Chewelah verschwindet hinter uns im Rückspiegel und wir machen uns auf den Weg nach Norden.

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