Some people have a dream

Juni 21, Dienstag, Kettle Falls, Kilometerstand: 225535 Miles

Nur knapp 30 Meilen entfernt von Chewellah:
Dumpf ertönt der Trommelschlag neben uns, während die Kanus dagegen fast geräuschlos übers Wasser gleiten und der Boden unter unseren Füßen beginnt im Takt zu vibrieren.
„Dumm, dudumm…..dumm, dudumm…..dumm,dudumm….“
Ein Ruder platscht ins Wasser, dann setzten die Gesänge ein.
„Heyaaa, heyaaaa, heyaaa, …..“ die Intensität der kehligen Stimmen jagt mir eine Gänsehaut über die Arme, ein Pfeifen ertönt schrill, trägt seinen hohen Ton bis weit hinaus über das glitzernde Wasser, über die Wellen des Kolumbia Rivers bis in die Tiefen des Ozeans und ruft nach den Lachsen.
Kettle Falls, ein kleines Örtchen kurz vor der Kanadischen Grenze kämpft mit den Native Americans für den Erhalt der Natur, ganze vierhundert Menschen haben sich für ein Ritual am Flussufer zusammen gefunden, warten auf die über zwölf Kanus, die sich auf dem Wasser nähern.
Mehrere Stämme der „Columbia United Tribes“ haben in jeweils einem Jahr ein Boot gefertigt und haben sich darin auf den Weg nach Kettle Falls gemacht, manch einer musste dafür mehr als 100 Meilen zurücklegen. Der erste Bug schrammt über das Ufer, alle beginnen zu jubeln, die dröhnenden Trommeln heben an zu einem letzten Wirbel, dann steigt einer der Stammesführer aus dem Kanu.
Lange Federn umrahmen das ernste Gesicht, bunte Ketten liegen auf seiner mit Perlen bestickten Weste. Wieder ein Pfeifen, dann ein ansteckendes Lachen und gemeinsam beginnen alle die schweren, mit Ornamenten beschnitzten Boote an Land zu tragen.
Der Grand Coulee Dam ist heute der Grund für die Zusammenkunft der vielen verschiedenen Stämme, vor über 70 Jahren errichtet hat er die einstigen Wasserfälle und „Fischgründe“ der „Indianer“ überflutet und versperrt seitdem den Lachsen den Weg zu ihren Laichplätzen. Seit 1941 können diese nicht mehr in den Columbia River, seit damals kämpfen die Stämme der Native Americans für eine Veränderung, schon eine einfache Fischtreppe könnte ihre Situation verbessern.
Einige Zeit später, nach einer Begrüßungszeremonie und einem gemeinsamen Essen, sind die Menschen zurück am Fluss, bis zu den Knöcheln steht einer der Ältesten im Wasser und klopft zwei Steine sacht gegeneinander. Zu dem leisen Klopfen ertönt eine rhythmische Trommel und mit eindringlichen Worten erklärt der Mann das alte Ritual.
Die Lachse graben mit ihrem Schwanz eine Rinne in die Kiesel am Grunde des Flusses, erfahren alle Interessierten, und durch die schlängelnden Bewegungen ertönt ein gleichmäßiges Geräusch, ein leises „Klicken und Klacken“ das durch das Wasser weiter getragen wird und den anderen Fischen den Weg weist, sie zurück zu den Laichplätzen leitet.
Das leise Klopfen der Flusskiesel in seinen Händen klingt gleichmäßig und beständig, klopft weiter und weiter und vor meinen geschlossenen Augen sehe ich, wie sich die Lachse über den Grund des Flusses schlängeln und mit ihren Schwänzen gegen die Steine schlagen.
Dann plötzlich ein anderes Geräusch, die Schwingen eines großen Vogels….ein Adler fliegt tief über die Köpfe der Menschenmenge, verschwindet zwischen den Bäumen des umliegenden Waldes. Nur wenige Sekunden später kehrt er zurück, jetzt hält er etwas in seinen Klauen, es ist ein Fisch, den er zurück über den Columbia River trägt.
Und in diesem Augenblick sind sich alle einig: Diesmal haben wir eine Chance, dieses eine Mal werden wir etwas erreichen, für den Fluss, für die Tiere und die Menschen.

One thought on “Some people have a dream

  1. Liebe Emma . Liebe Paula . Und auch alle anderen, Mama und Papa haben das Nebenzimmer in unserem Sommerhaus renoviert. Jetzt steht da das große Bett aus dem Schlafzimmer und unser alter Ofen.
    Was ich eigentlich schreiben wollte ist, dass ihr mir fehlt. ,,Sinbad“ fragt manchmal , wann ihr wohl endlich kommt und auch Susi und ich(Elster) sind traurig.Wir vermissen euch!Aber sonst ist bei uns alles gut.Wir alle wünschen euch noch eine gute und schöne Reise ,
    eure Elster.
    (P:S:Vergesst eure Namen nicht ,Ronja Räubertochter und Mäusebussard)

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